boxopera - das etwas andere Musiktheater


Das künstlerische Konzept der boxopera ist es, die Oper als traditionelles Kulturgut aus dem klassischen Opernhaus in Räume zu übertragen, die bereits Teil des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens sind oder neu entdeckt und dadurch auf innovative Weise musikalisch und szenisch belebt werden. Als positiven Nebeneffekt schaffen wir die Möglichkeit, einen «Bühnenraum» zu kreieren, der das Publikum die Oper nicht nur hautnah erleben lässt, sondern es teilweise zu einem Bestandteil der jeweiligen Inszenierung macht. «Thinking out of the box» – ein nicht unbekannter Leitsatz in der Philosophie, der auch die Ausrichtung unseres künstlerischen Teams beschreibt. Dabei geht es nicht darum, die Inszenierungen aus dem Opernhaus herauslösen. Ziel ist es, den traditionellen, erprobten Sehgewohnheiten neue Variationen, Konstellationen und Aspekte gegenüberzustellen, ohne das Werk zerstören zu wollen - manchmal auch durch Minimierung vergrössern, wie etwa unter einem Mikroskop die kleinsten Dinge gross und sichtbar werden.

 

Die Möglichkeit, neue Spielorte zu entdecken und zu erobern, in einer Fabrikhalle, auf kleinen Bühnen und Kellertheatern, ermöglicht es Protagonisten und dem Publikum neue Perspektiven zu erleben. Natürlich nicht ohne auch mittlere und grosse Bühnen zu berücksichtigen. Ganz bewusst wird die grosse Distanz zum Zuschauer, wie sie in Opernhäusern allein schon durch den Orchestergraben gegeben ist, umgangen. Der Blick des Zuschauers wird zum Brennglas auf den Inhalt. Dieser Spielansatz verlangt von den Künstler:innen Flexibilität und hohe Qualität. Sei es, um das perfekte akustische Zusammenspiel zwischen Sänger:innen und den Musiker:innen zu finden, oder den steten Kontakt zwischen Darsteller:innen und Pianist oder Dirigent zu garantieren. Aber es bedeutet gleichzeitig auch eine Herausforderung, an dessen Ende für die Besucher das unmittelbar authentische Erleben und die Nähe zum Geschehen als Gewinn resultiert.